L’Hommage à l’Ére Industrielle

Die Kollektion und Videoinstallation von Golo & Marvin } •{ Ogger/Pauleit

entziehen sich souverän dem orthodoxen Katalog disziplinärer Kategorisierung.

Einerseits „Fashion/Moda“ . . .

. . . andererseits „Contemporary Art“ . . .

. . . positioniert sich diese Arbeit nicht lediglich als ein hybrides Werk

zwischen Kunst und Design, vielmehr zeichnet es sich auch dadurch aus,

dass Golo & Marvin kreative Optionen und kommunikationsstrategische Prinzipien )*

*( Corporate~Design , ~Image , ~Culture )

wie sie im Marketing allgemein geläufig sind , bewusst mit in Betracht genommen haben.

Konsequent definieren sie das Wesen ihres Produkts als Medium . . .

. . . und dessen Bedeutung als Information . . .

. . . und, dass dabei das modische Erscheinungsbild lediglich ein “Troyaner“ sei . . .

. . . in Wahrheit es sich aber um ein sozial interaktives Kommunikationsmittel

für die gelebte Wirklichkeit und kulturelle Gegenwart handele.

Die Qualität dieser Inszenierung erklärt sich,

aus der transdisziplinär stringenten Kontextualisierung ihrer Bestandteile,

und auf Grund ihrer eleganten Konzeption,

die vielfältige inhaltliche Aspekte assoziativ miteinander in Verbindung zu bringen vermag . . .

. . . und unter dem alles zusammenfassenden Titel

»Huldigung an das industrielle Zeitalter«

sich intelligent, aufgeladen ~ voll von Bedeutung präsentiert .

. . . provokant aufgestellt, vor dem aktuellen gesellschaftsklimatischen Hintergrund,

der prädominant von reaktionärer Politik der Angst und

von global ~ ökologischen Weltuntergangsszenarios gezeichnet ist.

Missstände die zweifelsohne durch den modernen Industrialismus zwar erst möglich wurden . . .

. . . die aber, genauer betrachtet, weit schwerwiegender von ewig gestriger Inkompetenz,

von Aberglauben und anachronistisch feudalen Verhaltensmustern und Machtinteressen

determiniert werden . . .

. . . vernünftigerweise ignorieren Golo & Marvin dieses populistisch aufdringliche Spektakel,

das sich aus kaum nachvollziehbarem Halbwissen und

aus Überflutung mit undurchsichtigen Halbwahrheiten zusammensetzt.

Stattdessen überzeugen sie, klassisch, ästhetisch und kritisch aufgeklärt,

nahezu unschuldig, mit der in ihrem Werk sich subtil abzeichnenden Frage:

»Ob denn der moderne Mensch, der mittlerweile befähigt ist, seine eigene Gestalt zu formen,

tatsächlich auch in der von ihm selbst für sich selbst künstlich geschaffenen, modernen Weltund in deren Wirklichkeit ( im Hier und im Jetzt ) endlich eingetroffen ist?!«

Betreuung: Prof. Tristan J. Pranyko
Fachgebiet: Textil- und Flächen-Design & Mode-Design